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Factsheet für Leistungserbringer - medizinische Notfalldaten

Seit dem Entscheid des Bundesrates vom 14. Februar 2007 bestehen in der Schweiz die rechtlichen Grundlagen für die Speicherung medizinischer Notfalldaten auf der Versichertenkarte. Die Nutzung dieser Möglichkeit ist für die Versicherten freiwillig. Am 30. Oktober 2012 wurden am Anlass der  Schweizerischen Stiftung SPO Patientenorganisation in Zürich, im Zusammenhang mit der gesetzlich geregelten Patientenverfügung (ZGB Art. 371 und 372), die ersten Chipkarten des VeKa-Centers mit Notfalldaten beschrieben. Die Patienten und die medizinischen Leistungserbringer sind nun eingeladen, diese Option der Versichertenkarte zu nutzen und deren praktische Anwendung zu fördern. – Welche Fragen stellen sich den medizinischen Leistungserbringern zur Thematik mit den medizinischen Notfalldaten?

Warum braucht es Notfalldaten?
Heute verfügen lediglich die behandelnden Ärzte und Spitäler über die medizinischen Daten ihrer Patienten. Bei einem Notfall oder bei einer Behandlung bei Spezialisten ist es sinnvoll, dass die Patienten ihre persönlichen Notfalldaten vorweisen können. Die gespeicherten Notfalldaten erhöhen die Patienten- und Behandlungssicherheit weil sofort wichtige Hinweise zu verifizieren sind.

Was sind medizinische Notfalldaten?
Es handelt sich um Hinweise auf Krankheiten und Unfallfolgen, Transplantationsdaten, Allergien, Reaktionen, Medikationen, Impfungen, Blutgruppe, Transfusionen, Informationen zur Patientenverfügung, Organspendeausweis und Angaben zu Kontaktpersonen.

Sind auf der Versichertenkarte alle Krankheiten und Behandlungen gespeichert?
Nein, die Versichertenkarte speichert weder die Krankengeschichte noch medizinische Ergebnisse und Behandlungen. Es werden  nur Informationen und Hinweise gespeichert, welche in einem medizinischen Notfall von Nutzen sein können.

Wo werden die Notfalldaten aufbewahrt?
Die Versichertenkarte mit den Notfalldaten gehört ins Portemonnaie des Versicherten. Die elektronische Chipkarte gibt den Versicherten die Möglichkeit, ihre verschiedenen medizinischen Ausweise, Dokumente und Informationen auf der Versichertenkarte speichern zu lassen, damit sie den behandelnden medizinischen Leistungserbringern im Notfall sofort zur Verfügung stehen. Die Mediziner erstellen eine elektronische Datensicherung.

Wie können diese Notfalldaten auf die Versichertenkarte geschrieben werden?
Die Organisationen, welche den Versicherten die Beschreibung ihrer medizinischen Notfalldaten durch medizinische Fachpersonen anbieten, werden auf einer Liste geführt.

Wer darf auf die medizinischen Notfalldaten auf der Versichertenkarte zugreifen?
Der Zugriff ist nur von zugelassenen medizinischen Leistungserbringern gemäss Medizinalberufe-Register (MedReg) innerhalb einer medizinischen Institution gemäss Zahlstellenregister (ZSR) möglich. Diese benötigen einen persönlichen elektronischen Leistungserbringer-Nachweis (eLENA) als Chipkarte mit einem Sicherheits-Zertifikat. Der Versicherte erteilt die Berechtigung mit der Übergabe der Karte. – Die Versicherer haben keine Möglichkeit, auf die Notfalldaten zuzugreifen.

Welche technischen Voraussetzungen benötigt der Leistungserbringer?
Einen PC, zwei Chiplesegeräte, eine Software-Anwendung sowie eine Chipkarte als elektronischen Leistungserbringernachweis (eLENA).

Welche medizinischen Leistungserbringer können die Notfalldaten bereits lesen?
Die Anwendungen bei den Notfallabteilungen der Spitäler sind in Vorbereitung. Die entsprechenden technischen Voraussetzungen bestehen seit Oktober 2012. Deshalb wird empfohlen, bei der Beschreibung der Notfalldaten zusätzlich einen offiziellen Papier-Ausdruck zu erstellen, damit alle medizinischen Leistungserbringer die Notfalldaten lesen können.

Was passiert mit den Notfalldaten, wenn die Versichertenkarte verloren geht oder der Versicherer gewechselt wurde?
Die Notfalldaten sind auf die neue  Versichertenkarte zu speichern. Dies geschieht anhand der elektronischen Datensicherung beim beschreibenden Arzt oder durch eine neue Erfassung anhand des Papier-Ausdrucks.